Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Veröffentlicht auf von Sebastien Vogt

24.01.2015

In Taupo konnte ich mein Zelt auf dem Grundstück von zwei ganz netten Menschen aufschlagen. Sie betreiben eigentlich ein Hotel und ein paar Apartments, doch ließen sie mich dennoch dort übernachten. Dusche und Toilette konnte ich in einem der Appartements benutzen.

Hier nochmal ein toller Blick auf die drei Vulkane mit dem Lake Taupo im Vordergrund.

Hier nochmal ein toller Blick auf die drei Vulkane mit dem Lake Taupo im Vordergrund.

25.01.2015

In den letzten Tagen habe ich die Vulkane aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: entweder bin ich auf ihnen herumgewandert oder ich habe sie mir aus der Ferne angesehen. Aber eine Perspektive fehlte da irgendwie noch... Ach ja, von oben! Um dies zu verwirklichen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Man kann z.B. einen Hubschrauberflug machen. Ja, könnte man. Aber ich entschied mich da eher für einen Fallschirmsprung :-) Schon als ich morgens aufwachte war ich tierisch nervös und aufgeregt. Blöderweise musste ich erst um 13 Uhr am Flughafen sein, genug Zeit also um weiterhin nervös zu bleiben. Aber irgendwann fuhr ich dann mit dem Auto zum Flughafen und checkte ein. Jetzt hieß es wieder warten bis ein Platz im Flugzeug frei ist. Na toll, die Aufregung wird schön aufrecht erhalten, aber das gehört ja auch dazu. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann aber soweit. Ich zog die sehr sehenswerte Bekleidung an und lernte meinen Tandempartner sowie den Kameramann kennen. Ich dachte mir, wenn ich schon aus nem Flugzeug springe, dann will ich davon auch Bilder haben. So, jetzt gab es aber kein Zurück mehr. Wir stiegen alle ins Flugzeug ein und ich saß direkt an der Ausstiegstür. Diese wurde auch erst zugemacht, als das Flugzeug Vollgas gab und abhob. Wow, die Aussicht war toll! Der riesige Lake Taupo und im Hintergrund die drei Vulkane welche ich noch gestern durchwandert habe. Irgendwann haben wir dann die Absprunghöhe von 12.000ft (also 3500 m) erreicht und ehrlich gesagt, sind das ja gerade mal 3366 m mehr als beim Bungeesprung. Jetzt ging alles ganz schnell: Die Tür ging auf, der Kameramann lehnte sich aus dem Flugzeug und ich robbte zusammen mit meinem Tandempartner an die Tür, sodass meine Beine schon draußen baumelten. Ja, und dann gings nach unten...

Wow, einfach nur fantastisch! Ich kann das gar nicht wirklich in Wort fassen, aber es hat sich definitiv gelohnt. Der Freefall war super und auch nachdem der Fallschirm geöffnet wurde hatte ich jede Menge Spaß. Ich muss das definitiv wiederholen, vielleicht ja sogar in Trier-Föhren wenn ich den Fallschirmspringerschein mache. Hier noch ein paar nette Bilder von dem Sprung:

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
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Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Nach dem ganzen Adrenalinkick musste ich jetzt wieder in den neuseeländischen Alltag abtauchen und mich wieder hinters Steuer setzen. Die Strecke war aber verhältnismäßig kurz und so war ich schon nach einer knappen Stunde in Rotorua und traf mich auf einem Campingplatz wieder mit Barbara. Abends gingen wir mit Steve und Fabrizio noch in der Stadt was trinken.

26.01.2015

Die Gegend um Rotorua ist vor allem dafür bekannt, dass hier das Leben seinen Gang nimmt zwischen dampfenden heißen Quellen, aufbrausenden Geysiren, blubbernden Schlammtümpeln und den Schwaden von Schwefelgas, die für den "besonderen" Duft der Stadt nach faulen Eiern sorgen. Es gibt unterschiedliche Stellen in der Umgebung, an denen man die Naturschauspiele bewundern kann. Allerdings muss man überall Eintritt zahlen, sodass ich mich für nur einen Ort entschied. Ich fuhr deshalb zwanzig Minuten aus der Stadt raus nach Waimangu. Waimangu ist das einzige hydrothermale System der Welt, dessen Anfang von Bodenaktivitäten auf den Tag genau bestimmt werden kann: der 10. Juni 1886. An diesem Tag erschütterten eine Reihe von Explosionen die Krater, die der geothermalen Flüssigkeit, die sich bereits im Untergrund befand, erlaubte, sich einen direkten Weg an die Erdoberfläche zu bahnen. Seit der Zeit ihrer Bildung wird die Entwicklung der neuen geothermalen Merkmale festgehalten. Mit einem sehr ausführlichen Plan (sogar auf deutsch) machte ich mich also bereit, das Volcanic Valley zu erkunden.

Der Frying Pan Lake (Bratpfannensee) war das erste große Highlight während meines Spaziergangs. Am 01. April 1917 explodierte ein Becken eines Kraters. Der vergrößerte und vertiefte Krater füllte sich schnell mit Wasser und ist heute als Bratpfannensee bekannt. Der See ist die größte Heißwasserquelle der Welt und hat eine Durchschnittsteemperatur von ungefähr 55°C. Neben der schönen Farbe haben mir die Schwaden über dem See sehr gefallen.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Weiter ging es zu den heißen Quellen, die blubbernd das Wasser ausspieen, welches dann als Bach weiterfloss. Angesiedelte, vielfarbige Algen schwimmen auf den zerbrechlichen kleinen Silikatterrassen, die von diesen kochenden Quellen geformt wurden. Die verschiedenen Farben entstehen durch die unterschiedlichen Temperaturen.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Mittlerweile habe ich ja echt schon viel Seen hier in Neuseeland gesehen und fotografiert. Aber langweilig wird es irgendwie nicht, da jeder See etwas besonderes hat. Der Infernokratersee stach (wie jeder See hier) wegen seiner Farbe ins Auge. Dieses dampfende und ungewöhnlich trübblaue Juwel liegt in einem Krater, der 1889 entstand.

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Erwähnen muss ich auch noch die Warbrick-Terrasse. Sie ist eine Anzahl von vielfarbigen, schnellwachsenden Silikatplattformen, die sich über einer alten Flussterrassse bilden.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
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Nach der ganzen Besichtigungstour (und einem kurzen Abstecher bei Burger King) fuhr ich wieder quer durchs Land auf der Suche nach Barbaras Gruppe. Fündig wurde ich auf dem Campingplatz von Waitomo. Am Abend saß ich mit Steve und zwei weiteren Gruppenmitgliedern zusammen und bei ausreichend Wein und Bier erzählten die zwei etwas älteren Männer lustige Anekdoten aus ihrem Leben.

27.01.2015

Wie es nun mal so ist, musste ich heute morgen mal wieder recht früh aufstehen, da ich um acht Uhr bereits eine Tour gebucht hatte. Der Alkohol vom Vorabend machte das Ganze nicht unbedingt einfacher. Leider musste ich mich heute endgültig von Barbara verabschieden, da ihre Gruppe nun eine andere Richtung einschlägt als ich. Da die Zeit recht knapp war, fiel auch der Abschied leider recht schnell aus. Aber in Deutschland sehen wir uns bestimmt wieder! Gerade rechtzeitig schaffte ich es schließlich zum Office und von hier aus ging es dann mit dem Minibus weiter. Ach ja, vielleicht sollte ich erwähnen, dass Waitomo bekannt für seine Höhlen ist. An einer der vielen Höhlen angekommen, zogen wir unsere Neoprenanzüge und Klettergurte an und nach einer kurzen Einführung in die Welt des Kletterns waren wir bereit für die Erkundung der Höhle. Zunächst mussten wir uns abseilen, da dies der einzige Zugang zur Höhle war.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

In der Höhle wateten wir die meiste Zeit durch Wasser, welches aber nicht wirklich tief war. Dafür war es aber stockdunkel, aber wir hatten natürlich unsere Taschenlampen dabei, die uns den Weg ausleuchteten. Nach einiger Zeit kamen wir endlich am Ziel an und zu sehen bekamen wir hunderte (oder tausende?) Glühwürmchen. Wow, als alle Taschenlampen aus waren, bot sich uns ein toller Anblick. So saßen wir mehrere Minuten schweigend in der Dunkelheit und genossen den "Sternenhimmel" über uns. Ganz so einfach ist es leider nicht, all diese kleinen Lichtpunkte zu fotografieren.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Ein bisschen Verwirrung schafft die deutsche Sprache: Im englischen wird zwischen den Fireflies und den Glowworms unterschieden. Wir machen uns es einfach und nennen alles was leuchtet einfach Glühwürmchen. Die Glowworms in der Höhle sind aber nicht die Glühwürmchen (eigentlich Fireflies) die wir auch in Deutschland haben. Die Glowworms sind die Larven der Pilzmücke. Sie haben Leuchtorgane, die ein sanftes Licht erzeugen. Sie leben in einer Art Hängematte, die von einem Überhang herabbaumelt, und spinnen klebrige, nach unten hängende Fäden, mit denen sie unachtsame Insekten fangen, die durch das Licht angezogen werden.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Das wenige Wasser in der Höhle nutzten wir nun zum "Black Water Rafting". Ha ha, na unter "rafting" stelle ich mir tobendes Wasser vor, das bezwungen werden will. Wir hingegen trieben wie die Bleienten herum und mussten ordentlich mit den Händen paddeln um vorwärts zu kommen. Manchmal zog uns auch unser Guide und wir konnten die Glühwürmchen an der Decke bewundern.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Auf dem Programm stand auch noch "caving", das hat mich ja besonders gereizt. Im Mulu-Nationalpark auf Borneo wollte ich das ja auch schon machen, aber damals war ich ja der einzige Teilnehmer und somit wurde die Tour gecancelt. Jetzt war also die Gelegenheit dazu! Beim Caving wird eine Höhle auf unterschiedliche Art und Weise erkundet: man klettert, kriecht, schwimmt etc. Ja, etwas geklettert und gekrochen sind wir auch, aber immer nur durch sehr kurze Passagen. Also vom caving waren wir noch sehr weit entfernt, denn das zählt mittlerweile schon zu den Extremsportarten.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves
Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Da wir uns ja in die Höhle abgeseilt hatten, mussten wir irgendwie anders zum Ausgang gelangen. Also legten wir wieder unsere Kletterausrüstung an, hakten uns in das Sicherungsseil ein und kletterten die steile Wand nach oben. Das hat richtig Spaß gemacht und es war sogar etwas anstrengend.

Roadtrip Lake Taupo to Glowwormcaves

Den Rest des Tages verbrachte ich fast ausschließlich im Auto, da ich weiter in den Norden wollte. Die Fahrt wäre auch ganz ok gewesen, wenn ich in Auckland, das ich leider passieren musste, nicht im Stau gestanden hätte. Aber irgendwann konnte ich auch Auckland hinter mir lassen und in Waipu fand ich einen Campingplatz in der Nähe des Meers.

Veröffentlicht in Neuseeland

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Hanna 02/10/2015 16:34

Wow, einfach toll :-)!!!
LG Hanna

Caro 02/08/2015 22:15

Du bist der coolste Onkel der Welt, sagen dein Neffe und deine Nichte. Santi behauptet auch, dass er sich auch trauen würde aus dem Flugzeug zu springen, v.a weil Florencia davor meinte sie würde sich das niemals trauen und hätte so doll Höhenangst!!!!!