Tansania

Veröffentlicht auf von Sebastien Vogt

08.01.2020

Mit Verspätung hob das Flugzeug nach Sansibar ab, aber das störte mich nicht besonders da ich erstaunlicherweise schnell einschlafen konnte. Nach der Landung war ich etwas besorgt, da ich mir nicht sicher war, ob der große Rucksack ebenfalls mit an Bord des Flugzeuges war. Aber alles lief glatt, Rucksack war da, ich habe eine Sim-Karte besorgt und nachdem der Stempel im Pass war ging das Verhandeln mit den Taxifahrern los. 40US§ habe ich schließlich bezahlt (Startpreis 65$). Willkommen in Tansania! An solche Preise werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Die Taxifahrt nutzte ich für ein kleines Nickerchen, die ganze Reise seit Luxemburg war doch anstrengend. 

Im coolen Hostel musste ich noch auf mein Bett im Mehrbettzimmer warten, aber dies war nicht weiter schlimm. Auf den gemütlichen Sitzschaukeln lässt es sich locker aushalten. 

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Nachdem ich mein Bett im Gemeinschaftszimmer bekommen hatte, machte ich mich auf den Weg zum nicht weit entfernten Strand. Zuerst musste ich einen Beachboy ertragen der mir verschiedene Touren andrehen wollte. Irgendwann wurde ich ihn aber los und machte mich auf die Suche nach einem Schattenplatz. Also der Strand kann sich sehen lassen! Tolles türkisfarbenes Wasser und weißer Sandstrand. 

Ich blieb bis abends hier und genoss einen wunderschönen Sonnenuntergang. 

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Den Abend verbrachte ich bei einem Gläschen Aperol im Hostel. In der Unterkunft herrschte eine gute Mischung aus Backpackern, Paaren und Familien. 

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09.01.2020

Strandtag! Nach einem guten Frühstück (es gab sogar Nutella!) suchte ich mir einen Platz am Strand zum Entspannen aus. Da die Flut noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte, konnte ich unter den Stelzen einen guten schattigen Platz finden. Später musste ich aber wieder den Platz wechseln, da die Flut alles überspülte. 

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Auch heute blieb ich abends im Hostel und quatschte mit den anderen Reisenden. Es gab ein großes Barbecue und eine Feuershow. Naja, so toll war die Show nicht, aber es war dennoch ein schöner Abend. 

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10.01.2020

Was für ein Tag! Ich habe heute definitiv einen der schönsten Strände gesehen. Aber dazu später. Ich habe für den heutigen Tag eine Schnorcheltour gebucht und wurde mit einigen anderen aus der Unterkunft nach dem Frühstück abgeholt. Am Strand bekamen wir Flossen ausgeteilt und nach einer kurzen Wartezeit wateten wir durchs Wasser zu unserer Nussschale. Ich war doch sehr erstaunt, wie viele Leute sie hier aufs Boot ließen. Ich schätze wir waren 30 Leute und Rettungswesten habe ich hier keine gesehen. Aber dafür hingen zwei Rettungsringe an der Seite, wobei einer schon etwas kaputt war. Naja, Sicherheit wird hier wohl nicht so groß geschrieben.. Ich hatte Glück und konnte im Schatten Platz nehmen, andernfalls wäre ich wohl ziemlich rot von der Tour zurückgekehrt. 

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Wir tuckerten schließlich los und nach einiger Zeit wurde das Segel gehisst um etwas an Fahrt zuzulegen. 

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Nach eineinhalb Stunden kamen wir dann am Schnorchelplatz an. Vor einer wunderschönen Privatinsel wurde der Anker ins Wasser gelassen. Die Insel betreten durfte man nicht. Dieses Privileg ist nur den Luxusresortgästen vorbehalten welche pro Nacht 1500$ zahlen. Wer dennoch die Insel betritt muss mit einer Geldstrafe von 600$ rechnen.. Was einen hier fast sprachlos werden lässt, ist die atemberaubende Farbe des Wassers. Wo man nur hinschaute leuchtete es in fantastischen blau-türkis Tönen. Das Wasser war so klar, dass man schon vom Boot aus Fische sehen konnte. 

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Bis heute habe ich mich ja nicht getraut zu schnorcheln, da ich ja in beiden Trommelfellen die kleinen Röhrchen habe und ich kein Wasser ins Ohr bekommen darf. Ich habe mir jedoch bei meinem Deutschlandaufenthalt wasserdichte Ohrstöpsel besorgt und diese kamen heute zum Einsatz. Da die Guides Brotkrümel ins Wasser warfen, wimmelte es plötzlich nur so von Fischen um mich herum. 

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Da wir die Insel ja nicht betreten durften, fuhren wir zu einem anderen Strand der sich wirklich nicht verstecken musste. Soo viel weißer Sand und dann auch noch die Farbe des Wassers und die Planzen im Hintergrund: Es war einfach nur traumhaft hier. In dieser atemberaubenden Kulisse nahmen wir unser Mittagessen zu uns. Anschließend fand natürlich ein Fotoshootings statt.

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Auf dem Rückweg machte ich es mir auf dem Bootsdach gemütlich. Hier hatte ich eine lustige Unterhaltung mit einer Österreicherin und einem Tansanier. Wieder zurück an Land tank ich noch mit Rodrigo aus Brasilien ein paar Cocktails bevor wir zurück ins Hostel gingen. Nach einer Dusche und etwas Entspannung suchten Rodrigo, Iana (ebenfalls aus Brasilien) und ich ein Restaurant. 

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Heute blieb ich nicht faul im Hostel sondern ging zunächst nur mit Rodrigo auf eine Party. Später stießen noch Iana und Ali (er arbeitet im Hostel) zu uns. 

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Da gerade Vollmond war, konnte man ziemlich gut aufs Meer schauen denn es war richtig hell. Dies nutzten wir um ein paar Fotos mit einem Massai zu machen.

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Und wenn schon Vollmond herrscht, lädt das geradezu ein im Meer schwimmen zu gehen. Badesachen hatten wir keine, aber dafür lässt sich ja auch eine sehr einfache Lösung finden...

 

11.01.2020

Wirklich viel Schlaf bekam ich nicht, denn um zehn Uhr stand das bestellte Taxi bereits vor der Tür. Rodrigo und ich teilten uns die Kosten, denn er musste zum Hafen und ich nach Sansibar-Stadt. Dort angekommen, suchte ich meine Unterkunft welche sich im alten Stadtteil Stone-Town befand. Ich war wirklich unfair und hätte am Liebsten den ganzen Tag im Zimmer verbracht. Aber ich raffte mich zusammen und erkundete dennoch die Stadt. Der Name der Stadt ist von überwiegend ab den 1830er Jahren aus hellem Korallenkalkstein errichteten, repräsentativen Gebäuden und Wohnhäusern abgeleitet. 

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12.01.2020

Am Vormittag flog ich mit einer kleinen Propellermaschine nach Arusha, der zweitgrößten Stadt Tansanias. Vom Flugzeug aus konnte man Sansibars Schönheit nochmals betrachten. 

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In Arusha angekommen, sprach ich zwei Südkoreanische Backpacker an und fragte sie, ob wir uns ein Taxi in die Stadt teilen sollten. So wurde aus einer 20$-Fahrt schnell eine 7$-Fahrt für mich; sehr praktisch. In meiner Unterkunft blieb ich ein wenig und dann machte ich mich auf den Weg in die Stadt um verschiedene Reisebüros abzuklappern. Lustigerweise saßen ausgerechnet die beiden Südkoreaner im ersten Reisebüro. Den ganzen Nachmittag verbrachten wir damit verschiedene Reisebüros abzuklappern und zu vergleichen. Nach einigem Hin- und Her haben wir schließlich eine Entscheidung getroffen: Die nächsten vier Tage gehen wir gemeinsam auf Safari!!! Jetzt musste nur noch der Betrag von 600$ bzw. 1.410.000 Tansanischen Schilling beglichen werden. Wir wurden zu einem ATM gefahren und dann begann der Spaß: Wir konnten immer nur 200.000 TZS abheben welche der Automat auch nur in 5000ern Scheinen ausspuckte. Am Ende hatten wir einen super großen Batzen an Geldscheinen in der Hand, die der Touranbieter in seinem Büro natürlich noch zählen musste. 

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Im Hostel saß ich abends noch kurz mit zwei Deutschen zusammen bevor ich müde ins Bett fiel. 

 

13.01.2020

Es geht los! Um acht Uhr wurde ich abgeholt und traf die Südkoreaner im Büro wo wir unser gros Gepäck für die nächsten Tage deponieren konnten. Wir hielten noch in einem großen Supermarkt um uns mit den nötigen Getränken für die kommenden Abende auszurüsten. Nach einer zweistündigen Fahrt trafen wir schließlich im Tarangire-Nationalpark an. Er ist im Vergleich mit anderen Parks relativ klein, jedoch sind die Chancen hier Elefanten zu sehen sehr groß. Unser Jeep war selbstverständlich perfekt für eine Safari, oder wie man hier sagt „Game Drive“ ausgerüstet: Es gab mehrere Steckdosen und USB-Anschlüsse und sogar einen Kühlschrank. Zum Beobachten der Tiere konnten wir uns aufrecht hinstellen, da sich das Dach nach oben klappen ließ. 

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Die ersten Tiere die wir schon nach kurzer Zeit zu sehen bekamen waren einige Impala-Antilopen und eine Warzenschweinfamilie. Na so konnte es doch weitergehen..

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Wenige Meter später wurde Moon, einer der beiden Südkoreaner, plötzlich ganz aufgeregt denn er sah unsere erste Giraffe. Es war so bisschen wie im Film Jurassic Park, als die Archäologen ihren ersten Langhals entdecken. Da standen nun zwei Giraffen seelenruhig in der Landschaft und aßen Blätter. Toll!

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Wir kamen noch an verschiedenen Vögeln und natürlich auch Affen vorbei. Es ist erstaunlich wie egal wir denen sind. Nur wenige Meter neben dem Weg stehen und fressen sie und kümmern sich nicht um einen. 

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Das Highlight des Tages waren natürlich die Elefanten. Wir sahen zwei Herden in der Ferne und beobachteten sie eine ganze Weile. Sie kamen immer näher in unsere Richtung bis schlussendlich zwei Elefanten vielleicht 20 Meter entfernt von uns grasten. Wahnsinn!

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Nur wenige Augenblicke später wuchs die Aufregung, denn andere Gruppen hatten einen Löwen entdeckt. Wir stoppten und hielten Ausschau. Ja, unter einem Strauch konnte man den Löwen erahnen. Das Gras gab ihm leider genug Schutz und so konnte man ihn eigentlich nur sehen wenn er sich mal bewegte. Ein Foto machte hier keinen Sinn. 

Wenig später kamen wir nochmals in den Genuss mehrere Giraffen zu sehen.

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Danach fuhren wir zu einem Aussichtspunkt wo sich einige Affen aufhielten. Die Blueballmonkeys (eigentlich heißen sie Vervet Monkey) werden aus einem bestimmten Grund so genannt...

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Weiter ging die Fahrt durch einen Fluss und durch wunderschöne grüne Landschaften. Immer wieder sah man Elefanten oder andere Tiere. 

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Kurz vor Schluss begrüßte uns noch eine Straußengruppe die gerade dabei war sich die lästigen Insekten aus dem Gefieder zu zupfen. 

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Wir verließen den Nationalpark wieder und fuhren zum Kizumba-Camp um hier die erste Nacht zu verbringen. Nach einem reichhaltigen Abendessen durften wir noch verschiedene Tänze und Akrobatikeinlagen bestaunen. 

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14.01.2020

Geschlafen habe ich zum Glück ganz gut, das lag bestimmt an dem gemütlichen Bett welches sich im Zelt befand. Um neun Uhr hätten wir abgeholt werden sollen, aber der Jeep trudelte erst um halb elf ein. Pole Pole (Langsam langsam) was man hier ständig hört, wurde scheinbar zu wörtlich genommen. Naja, die Wartezeit konnte ich gut zum Aktualisieren meines Blogs nutzen, da hier das Internet ganz gut war. Unsere Gruppe hatte sich nun vergrößert: Im Jeep saßen drei weitere Südkoreaner! 

Eine von mehreren längeren Fahrten stand uns nun bevor, aber am Eingang zum Ngorongoro-Gebiet wurden wir zur Entschädigung von ein paar Pavianen begrüßt. 

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Nachdem die Parkerlaubnis eingeholt wurde ging es weiter. Schön saftig grün leuchtete die Pflanzenwelt und hier und da sahen wir Massaidörfer.

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Wenig später kam wieder Begeisterung auf, denn wir sahen unsere ersten Zebras die gerade gemütlich am Wegesrand grasten. Hier standen auch ein paar Kinder denen ich ein paar Chips geben wollte. Mit beiden Händen versuchten sie so viel Chips wie möglich zu bekommen. Im Nachhinein betrachtet hätte ich ihnen lieber nichts geben sollen, denn so verstärkt man nur das Betteln..

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Kurz darauf gesellten sich auch noch ein paar Giraffen dazu.

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Wir verließen die Hänge des riesigen erloschenen Vulkans und vor uns breitete sich eine riesige Ebene aus. Hier fuhren wir längere Zeit entlang, rechts und links von uns eine riesige Gnuherde. Keine Ahnung wie viele Gnus da waren, aber man hat teilweise bis zum Horizont nur Gnus gesehen. Wahnsinn!

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Nach dem Mittagessen ging die Fahrt wieder weiter und so langsam wurden wir ungeduldig denn so viele Tiere hatten wir noch nicht gesehen. Unterwegs sahen wir noch einen Geier der sich an einem toten Tier vergnügte. Leider hielt der Fahrer nicht an und ich konnte somit kein Foto schießen. 

Wir fuhren und fuhren, bekamen hier und da ein paar weitere Gnus, Gazellen und ein paar Vögel zu sehen, aber die meiste Zeit sahen wir nur eine leere, grüne Fläche. 

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Doch dann sah ich in einem Wasserloch ein Nilpferd! Aber der Fahrer meinte, dass wir später hier halten würden. Er wollte etwas ausprobieren. Na toll, hoffentlich ist das Nilpferd dann noch da, dachte ich mir.  Also fuhren wieder weiter bis wir auf einmal eine Ansammlung an Jeeps vor uns sahen. Was da wohl zu sehen war? 

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Wieder machte sich Aufregung breit, denn dort waren zwei Leoparden unterwegs! Es ist super schwierig Leoparden zu sehen und wenn, dann sieht man sie eher auf einem Baum liegen. Doch in unserem Fall lief eine Mutter mit ihrem Jungen am Weg entlang und kümmerte sich kein Stück um die ganzen Jeeps die ihnen langsam folgten. 

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Ok das ganze Warten hat sich definitiv gelohnt. Super happy ging die Fahrt weiter und natürlich zurück zu den Nilpferden die  auch noch am selben Platz waren. 

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Nun ging es zum Camp wo wir die heutige Nacht verbringen sollten. Etwas seltsam war es schon, dass hier keine Zäune oder Mauern waren. Wir bekamen lediglich den Hinweis nicht ins hohe Gras zu gehen denn wer weiß schon, welche Raubkatze sich da versteckt.. 

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15.01.2020

Das Einschlafen ging erstaunlich schnell und die meiste Zeit habe ich auch gut geschlafen. Doch mitten in der Nacht wurde ich von einem seltsamen Heulen geweckt. Später klärte uns unser Guide auf, dass es sich um Hyänen gehandelt hat.

Um halb sechs klingelte der Wecker, da wir heute einen frühen Game Drive machten. Eins kann ich sagen, das frühe Aufstehen hat sich gelohnt..

Das erste Tier des Tages war eine Giraffe welche drei Meter neben uns genüsslich die Blätter vom Baum zupfte. Gleichzeitig ging im Osten die Sonne auf. 

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Unser Fahrer stand die ganze Zeit per Funk mit anderen Fahrern in Verbindung. Er schien einen Tipp bekommen zu haben, aber um was es ging wussten wir nicht. Nach einer kurzen Fahrt sollten wir jedoch schlauer sein: Löwen! Und nicht nur einer, sondern ein ganzes Rudel mit Jungen! Sie lagen im Gras, putzen sich gegenseitig oder spielten. Das alles nur wenige Meter von uns entfernt!

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Tja, das Highlight des Tages schien schon morgens um halb acht stattgefunden zu haben. Sehr zufrieden fuhren wir weiter um wenig später ein Nilpferd zu Gesicht bekommen. Dieses Tier stampfte gerade durch die Gräser. 

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Wir fuhren weiter, bekamen zwei Strauße und einen Elefanten zu sehen um wenig später wieder einen Leoparden zu entdecken. Sie sind Einzelgänger und halten sich vorwiegend auf Bäumen auf. Man muss ein verdammt gutes Auge haben um sie zu erspähen.

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Wir bleiben bei Bäumen: ein paar Löwen haben es sich ebenfalls auf den dicken Baumästen gemütlich gemacht. 

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Dass es Sinn macht, hier mit einem Allradfahrzeug unterwegs zu sein, wurde deutlich, als wir durch ziemlich tiefen Schlamm fuhren. Meistens bewältigten wir solche Passagen, aber jetzt blieben stecken. Zum Glück half uns ein anderer Jeep aus der Patsche. Er schubste uns einfach von hinten an! Praktischerweise befinden sich hinten ja zwei Ersatzreifen, die den Stoß abfedern können. 

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Bevor es zurück zum Camp ging, sollte noch ein weiterer Höhepunkt uns glücklich machen: Wir sahen vier Geparden! Einer setzte kurz zur Attacke an und lief plötzlich auf ein Auto zu. Er stoppte aber und kehrte wieder um. 

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Leider waren wir etwas in Zeitnot, sodass wir nicht lange verweilen konnten. Der Guide heizte zurück zum Camp wo wir unser Mittagessen einnahmen. Eine weitere, längere Fahrt stand uns nun bevor, denn wir verließen die Serengeti. Dass wir nochmal sprachlos werden würden, ahnte keiner. Wir hatten am Vortag ja schon jede Menge Gnus und Zebras gesehen, doch was wir heute erblickten war einfach unglaublich. Rechts und links des Weges grasten über 1,3 Millionen Gnus und ca. 200.000 Zebras. Die ganze Landschaft war voller Tiere!

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Die Tiere wandern stets dem Regen hinterher um stets genügend Gras zum Futtern zu haben. Dabei legen sie bis zu 3200 km jedes Jahr zurück, immer im Kreisverkehr. Hier legen sie eine längere Pause ein, denn in der Regenzeit zwischen Dezember und Juni gibt es genügend Gras. Wenn die Ebene wieder austrocknet, wandert die ganze Herde zurück Richtung Nordwesten nach Kenia. 

Nachdem wir die riesige Herde hinter uns gelassen haben, durften wir noch kurz einer Hyäne beim Entspannen zusehen. 

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Am Serengetitor machten wir noch ein kleines Fotoshooting und später trafen wir im Camp ein, welches sich am Kraterrand des Ngorongoro befindet. 

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16.01.2020

Wieder klingelte früh am Morgen um halb sechs der Wecker da wir früh aufbrechen wollten. Es ging nun in die Ebene des Ngorongoro-Kraters. Es handelt sich hierbei um einen Einbruchkrater der entstand, als ein Vulkanberg in sich zusammenbrach. Der Kraterdurchmesser beträgt unfassbare 17 und 21 Kilometern!

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Da wir ja auf dem Kraterrand übernachteten, war die Fahrt hinunter in die Ebene nicht all zu lange. Uns boten sich spektakuläre Ausblicke:

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Die ersten Tiere die uns begrüßten (oder besser gesagt ignorierten) waren Zebras und ein paar Gnus. Auch sah man hier und da einen Goldschakal durch die Savanne streifen. 

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Während wir am Vortag nur eine Hyäne zu sehen bekamen, versammelten sich hier gleich mehrere Exemplare.

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In der Ebene befindet sich auch ein Wald, in dem sich gerne Tiere verstecken. Dass die Guides extrem gute Augen haben wurde hier mal wieder deutlich. Ziemlich weit weg lag ein Leopard auf einem Ast, den ein anderer Guide, während er am Fahren war, entdeckt hat. 

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Wir tuckerten weiter durch den Wald, machten eine kleine Pause und dann wollte der Fahrer, dass wir schnell wieder einsteigen. Er wolle was versuchen. Moment mal, das hat er schon mal gesagt und dann haben wir die zwei Leoparden sehen können. Er schwieg und wollte uns nichts verraten, aber wir wussten, dass wohl ein besonderes Tier zu sehen sein würde. Tja und so war es: Wir sahen wenig später drei Nashörner! Die Big-Five waren somit komplett! Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren sind Nashörner sehr skeptisch gegenüber Menschen und halten sich entfernt von ihnen auf. Aber die Entfernung war immer noch ausreichend um sie gut sehen zu können. Es existieren leider nur noch zwischen 10 und 15 Spitzmaulnashörner, da viele aufgrund ihres Horns gejagt wurden. In den 60er Jahren existierten noch über 100 Exemplare. Leider bringt eine Nashornkuh nur alle fünf Jahre ein Junges zur Welt; kein Wunder dass sich der Bestand nur sehr langsam erholen kann. 

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Wir sollten heute auch noch zwei Löwen sehen dürfen. Der erste lag auf dem Rücken und schien tief und fest zu schlafen. 

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Der zweite Löwe machte es sich auch gemütlich, allerdings direkt auf dem Weg! Zunächst schlenderte er an unseren Jeeps entlang bis er sich hinlegte und auch ein bisschen vor sich hin döste. Dass die ganzen Jeeps an ihm vorbeifuhren, störte ihn nicht im geringsten. 

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Bei einem weiteren Stopp an einem kleinen See warteten mehrere Flusspferde auf uns. Sie schwammen durch das Wasser und tauchten hin und wieder ab.

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Nun verließen wir diesen besonderen Platz und fuhren zurück zum Camp um zu essen. Anschließend ging es leider wieder zurück nach Arusha wo eines der spannendsten und besondersten Erlebnisse endete welches ich jemals gemacht habe. 

 

17.01.2020

Heute gibt es nicht so viel zu lesen.. Ich verbrachte den Tag mit Ausruhen und Planen wie es weitergehen sollte. 

 

18.01.2020

Das Hotel in dem ich mich die letzten zwei Nächte einquartiert habe ist grundsätzlich nicht verkehrt, allerdings sind die Chancen hier andere Traveller zu treffen äußerst gering. Ich hatte auch eher wegen des angeblich guten WLANs hier gebucht. Tja, die Verbindung war furchtbar weshalb ich heute die Unterkunft wechselte. Aber auch hier hatte ich kein Glück, das Internet war auch hier sehr langsam. Wie soll ich denn so meinen Blog hochladen???

 

19.01.2020

Nach zwei Tagen des Nichtstuns bzw. nicht wirklich was unternommen zu haben, habe ich für den heutigen Tag eine kleine Trekkingtour gebucht. Ich wurde pünktlich um acht Uhr morgens von Emanuel im Hostel abgeholt. Ausgangspunkt der Tour war das Dorf Ifulong. Hier trafen wir auch Justin der sogar ein wenig Deutsch spricht. Mit beiden Guides ging es die nächsten Stunden durch die Natur. 

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Ich kam mir ein bisschen wie ein Schüler vor, da ich ständig irgendwelche Pflanzen und Früchte gezeigt bekam und gefragt wurde, wie diese denn heißen. Tja, Botanik ist nicht so meine Stärke, aber ich habe definitiv viel gelernt. Hier ein Beispiel: Was könnte das wohl sein? Die Auflösung kommt nach dem Foto..

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Es handelt sich hierbei um Zimt!

 

Ich konnte auch die Dorfschule kurz sehen, aber zum Glück war Sonntag und ich musste nicht unterrichten.. Auch hier herrscht Lehrermangel und die Klassen können gerne mal bis zu 80 Schüler haben. 80!!!!! Da wundert es mich nicht, dass hier auch noch gerne der Stock ausgepackt wird. Mädchen bekommen Schläge auf die Hände, Jungs hingegen auf den Po. 

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Mittagessen gab es bei Emanuel zu Hause und anschließend durfte ich Bananenwein probieren. Naja, ist vielleicht Geschmacksache, aber ich fand den Wein nicht so lecker. Hat irgendwie rauchig geschmeckt. Aber ich vermute mal, dass je öfter man davon trinkt, man sich auch an den Geschmack gewöhnt. 

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Besonders interessant war es den eigenen Kaffee zuzubereiten. Die ersten zwei Schritte musste ich quasi überspringen, da sie einfach zu viel Zeit benötigen. Zunächst wird mit einer sehr simplen aber effektiven Maschine (gesponsert von Tchibo - kein Witz) das Fruchtfleisch von der Bohne getrennt. 

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Anschließend muss die Kaffeebohne bis zu zwei Wochen trocknen. Ab jetzt konnte ich die Schritte selbst durchführen bzw. zusehen. Um die Hülle der Kaffeebohne loszubekommen, wird sie mithilfe eines Stabes gestampft. 

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Um die losen Hüllen von der Kaffeebohne zu trennen, pustet man sie einfach weg. 

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Nun kann man die Bohnen über dem Feuer rösten. Zum Glück musste ich das nicht machen, denn schließlich muss man die Bohnen ständig umrühren, und das bis zu 15 Minuten. 

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Nun wird die geröstete Bohne nochmals zerstampft bis man ein schönes Kaffeepulver erhält. Dieses wird gesiebt, sodass man ein feines Pulver sicher stellt.

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Nun schüttet man das Kaffeepulver in kochendes Wasser.

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Nur noch durch ein kleines Sieb und fertig ist der Kaffee. 

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Nun war es wieder an der Zeit weiter zu wandern. Wir kamen an zwei Wasserfällen vorbei, aber baden wollte ich hier nicht. Ich hatte zwar sogar meine Badehose dabei, aber das Wasser war echt kalt und ich hatte schon im Hostel kalt duschen müssen..

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20.01.2020

Ich machte mich auf den Weg nach Moshi, der Stadt ganz nah am Kilimandscharo. Ich hatte bis zum frühen Nachmittag Zeit, da mein Bus erst um zwei Uhr kommen sollte. Die Zeit habe ich im Hostel verbracht. Mit über einer Stunde Verspätung ging es dann in Richtung des höchsten Berges von Afrika. Sehen konnte ich ihn heute noch nicht, da er sich, wie so oft, hinter Wolken versteckte. 

 

21.01.2020

Ich hatte heute echt Schwierigkeiten aus dem Bett zu kommen. Ganz erholsam war der Schlaf nicht, da es doch recht laut während der Nacht war. Ich beschloss einen weiteren gemütlichen Tag zu machen und habe es heute tatsächlich mal geschafft, den Bericht von den Philippinen hochzuladen. 

 

22.01.2020

Eine Besteigung des Kilimandscharos kam für mich ja nicht in Frage. Ich entschied mich stattdessen für einen kleinen Fahrradausflug am Nachmittag. Mein Guide sprach leider nur wenig Englisch, sodass ich während der Tour lediglich irgendwelche Straßennamen gesagt bekam. Aber das war nicht ganz so schlimm, denn ich war mehr mit der erbarmungslosen Hitze beschäftigt. Wir fuhren am Bahnhof vorbei und wie man gut sehen kann, hat sich der Kilimanjaro auch heute kein bisschen gezeigt..

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Es ging dann weiter durch die Stadt, vorbei an verschiedenen Märkten. Die Bodenbeschaffenheit war nicht immer fahrradfreundlich, denn auf trockener, buckeliger Erde fährt es sich nicht ganz so gut.

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Zum Glück verließen wir aber noch die Stadt und fuhren für eine Weile an Zuckerrohrfeldern entlang. Interessant, was manche so auf ein Fahrrad laden können...

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An einer Hängebrücke mit erstaunlicher Architektur machten wir kurz Stopp bevor es wieder zurück in die Stadt ging. 

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23.01.2020

Der Westen rief! Aber zuvor wollte sich der Osten nochmal zeigen. Ok von vorne: Ich habe einen Flug nach Kigoma gebucht und musste deshalb schon um halb fünf aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Der Flug ging mit über einer Stunde Verspätung zunächst nach Sansibar. Dort wurde aber nur eine Zwischenlandung gemacht bevor es nach Daressalam ging. Hier wechselte ich das Flugzeug und flog schlussendlich nach Kigoma. Warum ich überhaupt hierhin geflogen bin? Naja, mein ursprünglicher Plan sah eigentlich vor, dass ich mir Gorillas und einen aktiven Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo anschaue. Aber da die Lage vor Ort wirklich sehr unsicher ist und zudem noch Ebola ein Problem darstellt, war ich ausnahmsweise mal vernünftig und ließ von dem Vorhaben ab. Aber in Kigoma besteht die Möglichkeit frei lebende Schimpansen zu sehen. Na das ist doch eine sehr gute Alternative..

In Kigoma angekommen schnappte ich mir ein Taxi, musste mal wieder mehr bezahlen als eigentlich üblich, fuhr vorbei an zwei Zebras und kam in einem recht guten aber preiswerten Hotel an. Äh Moment mal.. Zebras?? Ja! Da grasten zwei Zebras am Straßenrand.. scheint hier normal zu sein.

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Am späten Nachmittag erkundete ich ein wenig die Stadt und traf auf eine kleine Gruppe aus Bad Dürkheim. Wir quatschten kurz und tranken ein Bier zusammen. Das Abendessen war super lecker.

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24.01.2020

Mein Plan war es eigentlich heute zu den Schimpansen aufzubrechen, aber das  war mir dann doch zu stressig und so verbrachte ich einen Tag mehr in Kigoma. Man merkte deutlich, dass sich hier nur sehr wenige Touristen hin verirren. Arusha und Moshi waren da schon mehr auf Touristen eingestellt. 

Mit dem TukTuk fuhr ich an den Jacobsen Beach. Hier kann man campen oder einfach nur in der kleinen Bucht entspannen. Zu meiner Überraschung wurde ich von einem Zebra empfangen, ein kleines Shooting musste natürlich sein..

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Am Strand war ich anfangs ganz alleine. Ich nutzte die Zeit um im Lonely Planet zu stöbern. So wirklich wusste ich nämlich nicht, wie es nach den Schimpansen weitergehen sollte. 

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Nach einer Weile kam ein Local und wir unterhielten uns eine Weile. Er wollte von mir wissen, was er tun müsse, um in Deutschland studieren zu können. Mmmh, keine Ahnung. So einfach wird das wohl nicht sein.

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Kurz bevor mich das TukTuk wieder abholte, kamen noch ein paar Blueballmonkeys vorbei. 

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25.01.2020

Heute ging es endlich los. Das Hotel bestellte mir ein TukTuk welches mich zum Hafen bringen sollte. Tja, das TukTuk kam auch etwas verspätet an, aber der Fahrer verlangte viel zu viel für die Fahrt. Die Hotelangestellte fing darauf an laut mit ihm um den Preis zu streiten. Schließlich einigten sie sich auf 4.000 Tansanische Schilling (1,50€) - was im Vergleich zum Localpreis immer noch viel zu viel war. Aber egal, ich wollte zum Hafen, schließlich sollte das Localboat um 12 Uhr losfahren. Am Hafen angekommen ließ mich der Fahrer raus und zeigte auf ein kleines Boot. Ah nee, ich will doch kein Privatboat haben, für das ich dann lächerliche 250$ zahlen muss (und das für gerade mal 32 km hin und zurück!). Aber die Leute versuchen natürlich dennoch an ihr Geld zu kommen und man sagte mir, dass heute kein Publicboat fahren würde. Ja nee is klar.. Ich hakte nach und siehe da, weiter hinten befand sich dann doch das normale Boot. Komfort sucht man auf diesem Boot vergebens: Man sitzt entweder am Rand oder schlimmer noch auf den Balken. Das Gepäck oder die Waren werden in der Bootsmitte gestapelt. Transportiert wird an sich alles, von Matratzen bis hin zu Lebensmitteln. Es waren schon viele Leute an Bord und ich  sollte mich auf den Bug setzen. Naja, hätte schlimmer sein können, aber ganz so bequem war es nicht, denn die Beine baumelten für die nächsten drei Stunden in der Luft. Mit an Bord war sogar noch ein Touri: Robert aus Leipzig der schon seit über zwei Jahren auf Tour ist.

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Nach ca. drei Stunden Fahrt (für 16km wohlgemerkt) wurden wir im Gombe Nationalpark rausgelassen. Wir wurden herzlich empfangen und durften dann jeder 308$ bezahlen. Tja, wieder ein teurer Spaß..

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Wir hätten uns ja gerne heute schon auf den Weg gemacht um Schimpansen zu sehen, aber unser Guide meinte, dass das heute keinen Sinn mehr machen würde. Wir machten stattdessen eine kleine Tour zu einem Wasserfall und zu einem Aussichtspunkt. 

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26.01.2020

Zeit um ein weiteres spektakuläres Erlebnis zu haben! Nach dem Frühstück ging es direkt los. Unser Guide wurde per Funk informiert, wo sich gerade Schimpansen aufhielten. Erleichterung machte sich bei Robert und mir breit, denn es kann vorkommen, dass gar keine Tiere gesichtet werden. Auch hieß es, dass wir nicht unbedingt lange wandern müssen. Sehr gut, denn es war jetzt schon wieder recht schwül. Es ging also los, irgendwann ging es nur noch bergauf und es fing leicht an zu nieseln. Ja und dann hörten wir auf einmal die ersten Schimpansenschreie! Oh mein Gott, es würde nicht mehr lange dauern und wir würden sie wirklich sehen können! Aufgeregt gingen wir weiter. Kurze Zeit später war es dann tatsächlich so weit: Die ersten Schimpansen die ich sah befanden sich auf Bäumen und manche liefen durch das Unterholz - gar nicht so weit von uns entfernt. Jetzt wurde nur so darauf losgefilmt und fotografiert..

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Es war jetzt schon ein außergewöhnliches Erlebnis. Aber es wurde noch um einiges besser. Die Schimpansen machten sich irgendwann auf den Weg und zogen weiter. Und wir waren mittendrin. An uns liefen ca. 30 (!) Affen vorbei. Einfach der Wahnsinn! Sie kümmerten sich überhaupt nicht um uns und so kam es, dass sie einfach direkt vor mir entlangliefen.

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Wie nahe uns die Schimpansen kamen, kann man im folgenden Video sehen:

Dass es die ganze Zeit über nieselte merkten wir während der Stunde gar nicht wirklich, da wir nur mit Staunen und Beobachten beschäftigt waren. Als wir uns schließlich auf den Rückweg machten fing es ziemlich stark an zu regnen. Pitschnass kamen wir in der Unterkunft an, aber jeder Tropfen war es wert!

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Tja, zurück waren wir um elf Uhr. Eine weitere Tour lohnte sich bei dem Wetter nicht. Also blieb uns nichts anderes übrig, als den Rest des Tages zu relaxen. 

 

27.01.2020

Mit dem Publicboat ging es wieder zurück nach Kigoma. Früh um sechs Uhr kam das Boot an. Das Boot war bereits voll gepackt mit Sachen und Leuten und so konnten wir direkt vorne sitzen, was wesentlich bequemer als auf der Hinfahrt war. Ein Typ wollte mich zwar wegscheuchen damit er mehr Platz zum Schlafen hatte, aber darauf ließ ich mich nicht ein. 

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In Kigoma besorgte ich mir ein Zugticket für den nächsten Tag und ansonsten machten Robert und ich nicht wirklich viel. Am späten Nachmittag gingen wir zusammen zum Strand und aßen dort zu Abend. 

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28.01.2020

Mein Zug sollte heute erst am Nachmittag fahren, deshalb blieb ich so lange im Hotel. Um kurz nach 15 Uhr ließ ich mich zum Bahnhof fahren, so wie es mir am Fahrkartenschalter gesagt wurde. Der Zug stand schon da, aber ich musste noch ein wenig warten bis man mich zum Zug gehen ließ. 

Tansania

Jetzt durfte ich aber nicht direkt in den Zug einsteigen, denn der wurde noch geputzt und anschließend wurde noch die Lok ausgetauscht. Irgendwann ließ man uns dann einsteigen und ich konnte mein 6er Schlafabteil betreten. Hier hatte ich euch Glück, denn es waren nur zwei weitere Fahrgäste mit mir im Abteil. So blieb genug Platz für uns alle für die nächsten zwei Tage. Der Zug hat wohl schon so einige Jahre auf dem Buckel, aber das passte irgendwie. 

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Statt um 16 Uhr fuhr der Zug erst um 18 Uhr los - mit einer Spitzengeschwindigkeit zwischen 40 und 45 km/h. Die ersten zwei Stunden Verspätung haben wir also schon direkt am Anfang gesammelt. Begleitet wurde die Fahrt von ständiger tansanischer Musik, was anfangs auch recht angenehm war. Dass es sich hier nicht um einen ICE handelte merkte man wohl daran, dass der Zug beim Anfahren heftig ruckelte und sowieso es ständig wackelte. Aber bei so einer niedrigen Fahrgeschwindigkeit hat man immerhin die Möglichkeit die vorbeiziehende Landschaft besser wahrnehmen zu können. 

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Zum Schlafen konnte man sich zum Glück hinlegen und das war eigentlich auch ganz bequem. Erholsam war die Nacht aber dennoch nicht, da man ständig aufwachte wenn der Zug mal wieder an einem Bahnhof hielt um dann mit einem heftigen Ruck wieder weiterzufahren. 

 

29.01.2020

Die Nacht war überstanden. Die Zeit vertrieb ich mir mit lesen, Serie schauen und einfach Nichtstun bzw. aus dem Fenster schauen. Meinen Handy- und iPadgebrauch musste ich mir gut einteilen, da es im Zug keine Steckdosen gab. Aber zum Glück hatte ich ja meine Powerbank mit dabei. An irgendeinem Bahnhof blieben wir mal wieder stehen und fuhren dann aber auch nicht mehr so schnell weiter. Grund: scheinbar war ein Wagen nicht mehr richtig in der Spur und das Problem musste behoben werden. Aber nach zwei Stunden tuckerten wir wieder durch die Gegend. Verhungern musste auch keiner an Bord, da der Zug so oft anhielt und dann teilweise 20 bis 30 Minuten Pause machte, damit die Ortsbewohner ihre Waren direkt am Fenster verkaufen konnten. Hier konnte man Früchte, Honig, selbst hergestellte Holzwahren oder auch lebendige Hühner kaufen. Hahaha, ja im Ernst! Die armen Viecher wurden an den Füßen gehalten oder einfach in kleine Körbe gesteckt. Tierschutz hört wohl außerhalb der Nationalparks auf..

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Das Abendessen konnten wir direkt neben den Gleisen zu uns nehmen. Hier standen dutzende kleine Grillstände für die ganzen Passagiere bereit. 

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30.01.2020

Die zweite Nacht sollte eine große Überraschung bereithalten: Um zwei Uhr blieb der Zug (mal wieder) stehen. Das übliche Ruckeln beim Anfahren blieb aber komischerweise aus. Tja, und so schnell kam das Ruckeln auch nicht wieder. Den Grund sollte ich später erfahren. Schlafen konnte ich aber besser, da der Zug ja still stand. Am nächsten Morgen erkundigten sich meine Mitfahrer was das Problem sei. Durch den vielen Regen wurden Gleisabschnitte überschwemmt und eine Weiterfahrt war so nicht möglich. Die gute Nachricht war aber, dass die Gleise wieder befahrbar gemacht werden. Die schlechte Nachricht: wir konnten erst nach zehn (!!!) Stunden weiterfahren. Mittlerweile hatten wir also schon 14 Stunden Verspätung...

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Am Nachmittag kamen dann nochmals zwei Stunden dazu, da wir warten mussten, bis ein entgegenkommender Zug an uns vorbeifuhr. Also jetzt 16 Stunden. Meine Lauen war mittlerweile zwischen purer Verzweiflung und Wut anzusiedeln. Für die restlichen Fahrgäste, ich war der einzige „Mzungu“ an Bord (Bezeichnung für Menschen europäischer Abstammung), schien das aber ganz normal zu sein. Sie waren stets guter Laune und regten sich in kleinster Weise auf. Also versuchte ich mich anzupassen und folgte dem Motto „Hakuna Matata“ (keine Sorgen). 

 

31.01.2020

Ich konnte es fast nicht glauben, aber um 02:30 Uhr nachts kamen wir tatsächlich in Daressalam an! Nach genau 56 Stunden und 34 Minuten hatte das Abenteuer „Zug“ ein Ende. 

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Ich gönnte mir für den heutigen Tag ein gutes Hotel und verließ dieses auch nur um eine Wäscherei aufzusuchen (die Kleidung der Schimpansenwanderung wurde leider nicht trocken und befand sich die letzten zwei Tage in einer Plastiktüte - der Geruch war nicht besonders angenehm..). Ah ich musste auch noch zum Fährterminal gehen und ein Ticket für die Überfahrt nach Sansibar besorgen. Dummerweise fing es heftig an zu regnen, sodass ich ein wenig warten musste bis der Regen etwas weniger wurde. Aber ansonsten verbrachte ich den Tag in meinem Hotelzimmer - Abendessen per Roomservice versteht sich von selbst :-)

 

01.02.2020

Der Tag fing leider ziemlich stressig an. Ich habe mit der Wäscherei ausgemacht, dass ich meine Kleidung um 7 Uhr morgens abhole. Tja, als ich um halb acht in der Straße war, war der Laden noch geschlossen. Toll.. Naja, ich ging zurück zum Hotel, frühstückte, packte meine Sachen und machte mich fertig. Dann fuhr ich nochmals mit einem Taxi dorthin, in der Hoffnung dass die Wäscherei nun auf hatte. Die Zeit saß mir im Nacken, da ich um 9:30 Uhr die Fähre nehmen musste. Aber zum Glück war nun jemand da und ich konnte meine frischen Sachen abholen. Dann ging es schnell zur Fähre und wenig später befand ich mich auf der Überfahrt nach Sansibar. Diesmal wollte ich an die Ostküste und buchte mir hier in einer tollen Unterkunft ein Zimmer. Diesmal lag die Unterkunft direkt am weißen Sandstrand. Traumhaft..

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02.-04.02.2020

Die nächsten Tage kann man leicht zusammenfassen, da ich hier nicht wirklich viel gemacht habe. Das Produktivste war definitiv das Aufnähen der letzten Flaggen auf meinen Rucksack. 

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Ansonsten habe ich viel gelesen, mal wieder geplant und einfach nur entspannt. Also hier kann man es auch wirklich gut aushalten...

 

05.02.2020

Die Tage im Paradies waren leider vorbei. Ich nahm die Fähre zurück nach Daressalam und habe nichts besonderes mehr gemacht.

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