Armenien

Veröffentlicht auf von Sebastien Vogt

05.10.2019

Zeit um Georgien zu verlassen und nach Armenien weiterzuziehen. Um elf Uhr morgens ging es mal wieder per Marshrutka weiter. Mit mir waren noch ein australisches Pärchen und ein Spanier an Bord. Die Fahrt ging wie immer sehr rasant zu, aber an der Grenze wurden wir dann schön ausgebremst. Hier trafen  mehrere große Reisebusse gleichzeitig ein, sodass sich eine riesige Tourimasse vor dem armenischen Grenzposten bildete. Normalerweise hätte ich mich ja brav hinten angestellt, aber ich schloss mich einfach den Leuten aus meinem Bus an und befand mich dann plötzlich umringt von norwegischen Rentner, die das natürlich nicht so toll fanden. Aber irgendwann waren wir dann doch in der Gruppe mehr oder weniger akzeptiert und bewegten uns in Ultrazeitlupe vor zur Passkontrolle. Irgendwann war es dann zum Glück geschafft und wir konnten weiter fahren. 

In der Hauptstadt Yerewan angekommen, blieb nicht mehr so viel Zeit um etwas zu unternehmen. Ich erkundete kurz die nähere Umgebung und ließ mir einen Kebab schmecken. 

 

06.10.2019

Für den heutigen Tag habe ich einen Tagesausflug gebucht. Im Nachhinein war ich schon enttäuscht, denn das was man besichtigt hat, war nicht besonders umwerfend. Das Preis/Leistungsverhältnis hat meiner Meinung nach nicht gestimmt, aber zumindest habe ich dennoch was unternommen. 

Mit einem großen Bus ging es los und wir fuhren zunächst zum Kecharis Kloster. Es wurde im Jahr 1003 gegründet und soll wohl sehr prachtvoll gewesen sein. Heute ist von dem ganzen Prunk nichts mehr übrig geblieben.

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Nach nur ein paar Minuten Fahrt kamen wir schon zum nächsten Highlight: Einem Sessellist. Im Winter kann man hier Ski fahren, was bestimmt ganz toll ist. Jetzt fuhren wir hoch, was eigentlich noch ganz schön war, denn die Bäume haben sich auch hier schön herbstlich bunt verfärbt. Aber oben angekommen gab es nicht wirklich was zu sehen.

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Nun kamen wir schon beim letzten Stopp unseres Ausflugs an. Der Sewansee ist der zweitgrößte und zweithöchstgelegene Süßwassersee der Welt (erster Platz geht an den Titicacasee in Peru/Bolivien). Hier gab es zunächst eine kleine Vorführung wie man eine Forelle zubereitet und anschließend hatten wir viel zu viel Zeit um uns die kleine Kirche und den See anzusehen.

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Ja und dann ging es schon wieder zurück nach Yerewan. Wie gesagt, begeistert war ich von der Tour nicht.

 

07.10.2019

Wie in vielen anderen Städten auch, gibt es hier eine Freewalking-Tour. Treffpunkt war um elf Uhr, so konnte ich den Tag ganz gemütlich und stressfrei starten. Dass wir Deutschen gerne reisen und wir überall auf der Welt vorzufinden sind, wurde heute sehr deutlich. Alle Teilnehmer der Tour waren aus Deutschland! Unser Guide war sehr nett aber gleichzeitig auch unfreiwillig lustig, da er ständig versuchte besonders locker und cool zu sein. Er erzählte uns viel von der Stadt und dem Land bevor wir die eigentliche Stadtführung begannen.

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Den Nachmittag verbrachte ich in einem der vielen Cafés in der Nähe des Schwanensees. Ich nutzte die Zeit und schrieb mal wieder an meinem Blog weiter.

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08.10.2019

Im nicht allzu entfernten Busterminal erkundigte ich mich zunächst über meine möglichen Weiterfahrten. Anschließend gönnte ich mir ein Taxi (die auch hier spottbillig sind) und fuhr eine Stunde lang bis nach Garni um mir einen Tempel anzusehen. Der Tempel kommt besonders mit dem fantastischen Hintergrund zur Geltung.

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09.10.2019

Ja, ja, so ein Backpackerleben besteht nicht nur aus tollen Besichtigungen. Nein, leider muss man auch hin und wieder blöde Erledigungen tätigen. So ein Tag was das heute nämlich. Ich hatte mich ja schon über meine mögliche Weiterfahrt informiert. Ich wollte nur mal schnell mein Busticket kaufen, was mich dann aber mehr als eine Stunde kostete. Als ich in das kleine Büro kam waren der Fahrkartenverkäufer und ein Iraner heftig am Streiten und am Rumschreien. Um sie herum standen mehrere Männer die immer wieder versuchten, den Iraner zu beruhigen. Irgendwann war der Streit dann aber zum Glück vorbei und ich dachte, ich käme jetzt dazu meine Fahrkarte zu kaufen. Aber weit gefehlt. Der Typ würdigte mich nicht eines Blickes und war mit organisatorischen Dingen stets beschäftigt. Ist ja kein Problem, aber man kann ja zumindest einem das Gefühl geben, wahrgenommen worden zu sein. Naja, irgendwann konnte ich dann ziemlich genervt von der Warterei meine Karte kaufen. Jetzt wollte ich nur noch schnell ein Internetcafe finden, um ein paar Bilder meiner Kamera in meine iCloud hochzuladen. Tja, nach fünf verschiedenen Internetcafés welche alle kein Lesegerät hatten, gab ich schon fast die Hoffnung auf. Aber ich bekam den Tipp, in einem Kodakgeschäft mal nachzufragen. Und siehe da, hier ging es ohne Probleme. 

Nun war es schon nachmittags und ich schrieb weiter an meinem Blog. Am Abend ging ich mit Christelle aus Deutschland in einem guten Restaurant essen.

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Als ich zurück im Hotel war, wurde ich noch von sehr netten und lustigen Iranern auf ein paar Bier, Wodka und Essen eingeladen. Na das war doch schon mal ein netter Vorgeschmack auf mein nächstes Reiseland. Also bezüglich der netten Leute, denn Alkohol ist ja bekanntlich im Iran verboten.

 

10.10.2019

Ich habe heute einen neuen persönlichen Rekord mit meinem Schrittzähler aufgestellt! Und das war sogar super einfach! Man muss sich lediglich in ein Fahrzeug setzen und im Nu hat man tausende von Schritten. Da die Straßen hier so uneben sind, wird man ständig durchgeschüttelt was meine Uhr dann als Schritte zählt.. 

So viele Schritte kamen zusammen da ich wieder eine Tagestour gebucht hatte. Auch wenn ich schlechte Erfahrungen gemacht hatte, versuchte ich heute nochmals mein Glück mit einem anderen Unternehmen. Auch hier fuhren wir zum Sewansee, allerdings zu einem anderen Ort mit einem alten Kloster.

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Anschließend fuhren wir zum Friedhof von Noratur mit unzähligen kunstvoll behauenen Gedächtnissteinen. Ich habe vorher ehrlich gesagt gedacht, dass das bestimmt auch recht öde werden wird, aber dank unserer tollen Führerin war es ein sehr spannendes und sehr informatives Erlebnis. Denn auf den Steinen kann man sehen, welche Person hier begraben liegt, was ihr Beruf war und manchmal auch wie sie zu Tode gekommen ist.

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Auf dem Weg nach Jermuk hielten wir kurz in einer alten Caravanserai. Sie wurde damals gebaut, um müde Reisende und ihre Tiere aufzunehmen die aus oder in die bergige Region kamen.

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In Jermuk sahen wir uns zunächst einen mal etwas anderen Wasserfall an.

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Danach probierten wir unterschiedlich warmes Quellwasser, dem eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Aus diesem Grund gibt es in diesem Ort auch viele Sanatorien, wo man es sich gut gehen lassen kann. Lecker war das Wasser übrigens nicht..

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Den letzten Halt unserer Reise machten wir bei einem bekannten Weingut des Landes in Areni. Uns wurde kurz der Ablauf der Weinherstellung gezeigt und anschließend probierten wir drei unterschiedliche Weine.

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Kommentiere diesen Post

Hiltrud L. 10/20/2019 10:42

Herr Vogt, Sie sind ein Held und werden die Kinder stark beeindrucken, wenn Sie Ihre Bilder zeigen und von der Reise erzählen werden, wenn sie wieder zurück sind. Und nicht nur die Kinder! Weiterhin eine erlebnisreiche Tour Hiltrud

Hiltrud L. 10/20/2019 10:51

Oh, zut alors: wenn Sie wieder zurück sind.